Autor: oaterlangen

  • Nazi-Hipster verjagen

    Nazi-Hipster verjagen

    Heute konnte man in Spardorf eine ausgesprochen peinliche Darbietung der Identitären Bewegung bestaunen.

    Aus ganz Bayern hatte die IB ihre Anhänger*innen mobilisiert, um die Schüler*innen des Emil-von-Behring-Gymnasiums und der Ernst-Penzoldt-Mittelschule mit brauner Propaganda zu nerven.

    Aufgetaucht sind nur 5, darunter: Dennis B., Jakob D., Annie Hunecke und Moritz Kirsch (Erlangen).

    Doch dann ging alles schief:
    Vor den Schulen durften sie nicht Flyern.
    Sie mussten sich also in einer Seitenstraße, zwischen einem Parkplatz und einer Baustelle, verkriechen.
    Dort sahen sie sich dann auch noch einem (trotz kurzfristiger Mobilisierung) zahlenmäßig weit überlegenen Gegenprotest gegenüber.

    Innerhalb von ca. 3 Stunden konnten sie ganze 5 Flyer verteilen, davon mindestens 3 an Antifaschist*innen.

    Sichtlich enttäuscht machten sie sich um 14:00 Uhr unter lautstarkem Protest der anwesenden Antifaschist*innen und im Wissen, mal wieder einen halben Tag für nichts verschwendet zu haben, auf die Heimreise.

    Am Ende bleibt nur eine weitere, gründlich gescheiterte Aktion der IB und:
    Erlangen bleibt Antifa!

  • AUSMARSCHIERT FÜR TMR

    AUSMARSCHIERT FÜR TMR

    Der 26.04. war stabil! Mehrere Blockaden mit hunderten Menschen. Das Team rechter Menschen musste eine stark verkürzte Route laufen und kam nichtmal über die Pegnitz. Doch das ist erst der Anfang!
    Am 5.5. zeigen wir wieder einmal, was zu erwarten ist, wenn teils gewaltbereite Faschist*innen des „Team Menschenrechte“ durch die Nürnberger Innenstadt ziehen. Denn die Montage sollten unserer Fokus sein.

    Eins ist dabei klar:
    Wir sind mehr! Wir kämpfen für ein Nürnberg in dem alle ein gutes Leben führen können – egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche Herkunft.

    Schließt euch unserem Gegenprotest an und widersetzt euch. Nürnberg nazifrei!

    PS:
    Es wird am 4.5. extra nochmal ein Aktionstraining von @solid_nuernberg und @widersetzen_nbg geben.

  • 1. Mai Nürnberg

    1. Mai Nürnberg

    Nachtrag zur diesjährigen 1. Mai Demonstration in Nürnberg.

    Gemeinsam konnten wir als Jugendblock nicht nur einen kämpferischen, sondern vor allem einen hoffnungsvollen Ausdruck auf die Straßen bringen!

    Denn wir wissen: Alles beginnt mit einer Vision, die Jugend das Feuer der Revolution 🔥

  • 1. Mai Vorabenddemo

    1. Mai Vorabenddemo

    Am 30. April fand in Erlangen zum ersten Mal eine revolutionäre Vorabenddemo zum 1. Mai statt. Organisiert von einem Erlanger Bündnis gingen circa. 100 Menschen auf die Straße. Nach Redebeiträgen des OATs, der Jungen Linken, der Hochschulgruppe der GEW, der Roten
    Jugend Mittelfranken und einem Grußwort der Organisierten Autonomie Nürnberg ging es auf einem kämpferischen Demonstrationszug.
    Während in der Ferne einige Raketen in die Luft geschossen wurden, wurden im Block die revolutionären Parolen mit Pyrotechnik untermalt. Nach Ende des Demonstrationzuges gab es noch eine kurze Abschlusskundgebung.
    Vielen Dank an alle Organisationen, die sich beteiligt haben, und vielen Dank an alle, die sich unsere Demonstration angeschlossen haben!
    Nächstes Jahr werden wir wieder da sein, solidarisch und gemeinsam gegen Krieg. Krise, Kapitalismus!

  • Alles beginnt mit einer Vision, die Jugend das Feuer der Revolution

    Alles beginnt mit einer Vision, die Jugend das Feuer der Revolution

    Deutschland beschließt Aufrüstungspakete, Wehrpflichtspläne und weitere Kriegstreiberei.
    Gleichzeitig trifft Armut und Einsamkeit besonders uns junge Menschen. Während Konzerne Rekordgewinne
    einstreichen, kämpfen wir mit Zukunftsangst und Perspektivlosigkeit. Aber nicht mit uns! Unsere Wut ist gerechtfertigt und sie wird zu Widerstand!

    Komm am 1. Mai mit uns
    in den 🔥 JUGENDBLOCK 🔥

  • Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr

    Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr

    Wie bei so vielen Berufsmessen ist auch auf der Vocatium die Bundeswehr mit mehreren Ständen vertreten.
    Die Bundeswehr ist hier, um Schüler*innen zu rekrutieren. Viele davon auch minderjährig. Das sind nichts anderes als Kindersoldaten, die, die deutsche Politik sonst an jeder Stelle kritisiert, aber selbst umsetzt.
    Mit dem letztes Jahr beschlossenen bayerischen Bundeswehrförderungsgesetz und den hunderten Milliarden die für die Bundeswehr freigesetzt werden, bewegen wir uns immer weiter in eine Spirale der Militarisierung. Dieser stellen wir uns entschlossen entgegen, wir werden nicht für Profitinteressen als Kanonenfutter an die Front gehen. Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht, gegen die Bundeswehr, gegen jedes Militär.

  • Antifa bleibt notwendig!

    Antifa bleibt notwendig!

    Wieder einmal mehr mobilisieren die Faschos von „Team Menschenrechte“ zu einer Demonstration, dieses Mal nicht wie üblich am Montag, sondern am Samstag, dem 26. April.
    Wie immer beteiligen wir uns am organisierten Gegenprotest!
    Schließt euch unserer Anreise an und kommt mit uns nach Nürnberg!

  • Heraus zum revolutionären 1. Mai!

    Heraus zum revolutionären 1. Mai!

    Für eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg!

    Der 1. Mai ist ein Kampftag – ein Tag des Widerstands und der internationalen Solidarität! Während eine kleine Elite immer reicher wird, steigen unsere Mieten, die Löhne stagnieren und soziale Absicherung wird abgebaut. Milliarden fließen in Kriege, während Bildung, Gesundheit und Infrastruktur kaputtgespart werden. Die Antwort der Herrschenden auf diese Krisen? Mehr Repression, mehr Militarisierung, mehr Kontrolle!

    Doch wir sagen: Schluss damit! Der Kapitalismus ist das Problem!
    Sozialpartnerschaft: Ein Verrat an den Arbeiter*innen!

    Unsere Forderungen:

    ✊ Höhere Löhne und gute Arbeitsbedingungen für alle!
    ✊ Enteignung der großen Konzerne – Produktion nach unseren Bedürfnissen, nicht für Profite!
    ✊ Gegen Krieg und Militarisierung – kein Mensch, kein Euro für ihre Kriege!
    ✊ Bezahlbarer Wohnraum für alle – Enteignung der Immobilienkonzerne!
    ✊ Stoppt die Steuervermeidung großer Konzerne – Geld für die Menschen, nicht für Aktionäre!

    Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen! Organisiert euch, schließt euch dem revolutionären Block an und werdet Teil der Bewegung für eine bessere Welt!

    🔥 Heraus zum revolutionären 1. Mai!
    Heraus zu unserer revolutionären Vorabenddemo am 30.04.!
    📍 19 Uhr am Beşiktaşplatz
    🚩 Sei laut, sei wütend, sei solidarisch!

    Unsere Zukunft gehört uns – kämpfen wir für sie!

  • SAVE THE DATE: Samstag, der 26.04.

    SAVE THE DATE: Samstag, der 26.04.

    Das Team rechter Menschen mobilisiert wieder bayernweit nach Nürnberg!
    Am Samstag vor 2 Wochen liefen 700-1000 Faschos durch Nürnberg. Das soll anscheinend jetzt zur Regel werden.
    Doch nicht mit uns!

    ➡️ Es wird Trainings und Aktionskarten geben, also findet eure Bezugsgruppe

  • Thesenpapier: Roter Antifaschismus

    Thesenpapier: Roter Antifaschismus

    Thesenpapier: Roter Antifaschismus

    Der Bund der Kommunist:innen stellt im Angesicht der sich zuspitzenden Bedohungslage durch den Faschismus und der häufigen Unfähigkeit linker Bewegungen diesem entgegenzutreten einige Thesen auf, die als Einladung zur Debatte über einen neuen, roten Antifaschismus dienen sollen.

    Ohne das Offensichtliche vor aller Augen wiederholen zu wollen: Die Bedrohungslage durch den Faschismus hat sich in den letzten Jahren immens verschärft. Wir finden eine objektive Krisensituation der sterbenden unipolaren Weltordnung und eine besondere Krise des deutschen Imperialismus vor. In dieser Situation gewinnen extrem rechte Kräfte an Aufwind, während die herrschenden Staatsverwalter schon ohne Regierungsbeteiligung einer AfD eine härtere, autoritäre Gangart einlegen. Auch wenn ein offen terroristischer Faschismus noch keine bevorzugte Option ausreichend großer Kapitalfraktionen ist, ist diese langfristige Bedrohung real. Außerparlamentarische faschistische Organisierung und Gewalt nimmt rasant zu und trifft auf sehr viel weniger Gegenwehr, als in den 1980er oder 1990er Jahren. Soweit ein offensichtlicher Schluss: Antifaschismus ist heute notwendiger als lange zuvor.

    Doch was müssen wir aus dieser simplen Einsicht machen? Wir wollen hiermit unseren Diskussionsstand dazu vorstellen, was unter einem „Roten Antifaschismus“ zu verstehen ist, als Grundlage für weitere künftige Praxis. Wir wollen die gesamte Bewegung dazu aufrufen, dies als eine Einladung zur Debatte zu begreifen.

    Was ist „roter Antifaschismus“?

    Wir sind Antifaschist:innen. Diese Selbstbezeichnung ist aber nicht besonders vielsagend, sie wird und wurde über die Zeit von allen Seiten mit stolzer Brust getragen. Einfach nur grundsätzlich gegen Faschismus zu sein, genügt nicht, um ihn zu verhindern – ganz im Gegenteil: Zu große Unklarheit darüber, wie Antifaschismus verstanden und angepackt werden muss, kann sogar gefährlich werden. „Rot“ bezeichnet uns als Kommunist:innen. Die kommunistische Bewegung war historisch der entschiedenste und schlagkräftigste Feind des Faschismus. Mit der bewussten Entwicklung eines „Roten Antifaschismus“ nehmen wir diese Tradition, die jahrzehntelange linksradikale Debatte um einen „Revolutionären Antifaschismus“ und alle Erfahrungen des antifaschistischen Widerstandes als Teil unserer Geschichte auf. Ein roter Antifaschismus bedeutet für uns im Hier und Heute: Wir stehen der faschistischen Bewegung und den faschistischen Tendenzen des Staates und seiner Verwalter mit einem revolutionären Klassenstandpunkt entgegen. Wir sehen uns in einer Situation, in der wir dem Faschismus gut organisiert und wehrhaft entgegentreten müssen. Rote Antifa heißt Widerstand – und vorallem: Aufbau proletarischer Gegenmacht.

    Welche Gedanken müssen uns dabei leiten? In den folgenden Thesenblöcken versuchen wir das knapp zu Papier und in die Diskussion zu bringen.

    1. Revolutionärer Klassenstandpunkt

    § 1.1

    Antifaschistischer Kampf muss einen Klassenstandpunkt einnehmen. Die Arbeiter:innenklasse erfährt im Faschismus an der Macht einen massiven Schlag gegen ihre Interessen, er ist eine extreme Verschärfung des Klassenkampfes von oben. Wir kämpfen nicht für andere (z.B. ‚als deutsche Antifa für die armen Ausländer‘), sondern als Teil der Klasse für die Interessen der Klasse in ihrer Gesamtheit. Auch wenn bestimmte Gruppen besonders angegriffen werden und verteidigt werden müssen, darf diese Orientierung nicht verloren gehen. Antifaschismus ist keine moralische Haltung, sondern kollektive Selbstverteidigung. Nicht-proletarische Schichten und Milieus, die vom Faschismus ebenfalls eine Bedrohung zu erwarten haben, versuchen wir vom proletarischen Antifaschismus zu überzeugen.

    § 1.2

    Antifaschistischer Kampf muss einenrevolutionären Klassenstandpunkt einnehmen. Für uns als Kommunist:innen bedeutet Antifaschismus nicht nur Abwehrkampf, sondern Kampf gegen die Klassenordnung, deren brutalster Auswuchs der Faschismus ist.Im Abwehrkampf verteidigen wir nie nur den Statuts Quo, sondern auch die Möglichkeiten für den revolutionären Kampf. Deswegen müssen wir auf die Gefahr des Faschismus nicht nur reagieren, sondern langfristige und schlagkräftige Strukturen der Gegenmacht in allen Sektoren des gesellschaftlichen Lebens schaffen. Einen handfesten Selbstschutz aufzubauen ist dafür eine praktische Notwendigkeit.

    § 1.3

    Antifaschismus nicht nur gegen Neo-Nazis. Die Gefahr des Faschismus geht nicht nur von der organisierten faschistischen Bewegung aus. Faschismus ist nur der Gegenpol zur ‚liberalen Demokratie‘ auf einem breiten Spektrum kapitalistischer Herrschaftsformen. Es gibt objektive Bedingungen, die den Faschismus als extreme Krisenlösung begünstigen. Ein konsequenter und revolutionärer Antifaschismus richtet sich deswegen gegen die Gewalt auf der Straße, gegen faschistische Organisationen, aber auch gegen die faschistischen Tendenzen des Staates mit demokratischem Gesicht. Wir wollen nicht die ‚liberale Demokratie‘ verteidigen, sondern die Perspektive auf die Befreiung der Menschheit. Der deutsche Staat ist dabei nicht unser Partner, sondern Feind – und so tritt er uns gegenüber auch auf.

    2. Traditionslinie eines roten Antifaschismus und Lehren aus der Vergangenheit

    Die Geschichte hat nicht nur reine Lehren für uns zu bieten – sie ist ein widersprüchlicher Lernprozess der Bewegung, dem wir uns undogmatisch öffnen. Die Traditionslinie eines roten Antifaschismus verläuft aus den 1920er und 30er Jahren auch über die Phase der (post)autonomen Antifa der 80er, 90er und 2000er Jahre. Bei aller Kritik und bei allen Mängeln der Bewegung verdient sie unseren Respekt und kann uns negativ und positiv Lehren schenken. Lehren aus dieser Geschichte:

    § 2.1

    Handfeste Verteidigung nur als Teil eines umfassenden Antifaschismus

    Die Erfahrungen der KPD1, der migrantischen Selbstverteidigung2 und der Autonomen Antifa3 zeigen: Antifaschismus kann kein strikter Pazifismus sein. Wehrhafter Antifaschismus hat sich als möglich, legitim und wirksam erwiesen. Einiges kann man sich aus dieser Zeit abschauen, wenn man weiß, es bewusst einzusetzen. Insbesondere die letzten Jahrzehnte zeigen aber auch: Ein Antifaschismus, der die physische Militanz in den Mittelpunkt der politischen Praxis rückt, ist nicht überlebensfähig. Er lässt sich schwer in einen umfassenden Kampf integrieren, weil er zwangsläufig klandestin sein muss. In modernen Zeiten hat das stets zu schweren Repressionsschlägen geführt. Die Bedrohung durch den Repressionsapparat ist in den letzten Jahren immens gewachsen. Er kann dadurch auch schwer breitere Teile der Bevölkerung mitnehmen – diese müssen aber in die Selbstverteidigung einbezogen werden können. Antifaschistische physische Militanz beschränkt sich zudem stets auf einen durchaus notwendigen, aber rein defensiven Kampf gegen die Vorstöße einer faschistischen Bewegung. Eine langfristig organisierte Gegenmacht im Sinne der eigenen Interessen ist dabei lange unterentwickelt geblieben. Eine Haltung der Bereitschaft zur Selbstverteidigung kann nur ein Teilelement einer umfassenden revolutionären antifaschistischen Praxis und Organisation sein.

    § 2.2

    Gefahr der reinen Antifa-Arbeit – Lehre der starken Organisation

    Eine Stärke der KPD4 und Schwäche der Autonomen Antifa lag in der Frage der Organisation. Allzuoft hat sich Antifaschismus nicht nur auf einen Abwehrkampf gegen faschistische Gewalt, sondern auch auf ein in Kleingruppen isoliertes, abgetrenntes Politikfeld beschränkt. Die Debatte um einen „Revolutionären Antifaschismus“ fortzuführen, bedeutet, den antifaschistischen Kampf aktiv in eine größere revolutionäre Praxis einzubetten. Es heißt auch, die Versuche fortzusetzen, die Kleingruppen-Zersplitterung zu überwinden – nur eine starke Organisation, die den Antifaschismus zwischen verschiedenen Orten und in allen Kampfbereichen miteinander vermittelt, kann die richtige Antwort auf diese historische Frage sein. Eine starke Organisation kann Widersprüche und Probleme der Praxis bearbeiten – seien es strategische oder ideologische Fragen, oder sei es sexualisierte Gewalt, die in der Vergangenheit viele Gruppen gesprengt hat. Zu viel Erfahrung und zu viele Genoss:innen sind verloren gegangen, weil eine langfristige revolutionäre Perspektive nicht geschaffen wurde.

    § 2.3

    Kampf nicht gegen, sondern mit der breiten Bevölkerung

    Damit es nicht zu einem reinen „Antifas-gegen-Nazis“ kommt, bei dem unsere Klasse schlimmstenfalls noch mit der falschen Seite sympathisiert, müssen wir wieder an Erfahrungen der KPD anknüpfen – bei ihr war Antifaschismus selbstverständlicher Teil des Kampfes der Klasse gegen Nazis und Ausbeuterstaat. Es muss klar werden, dass nicht nur einzelne besondere gesellschaftliche Gruppen, sondern die Interessen der gesamten arbeitenden Bevölkerung vom Faschismus bedroht werden. Eine breite Bevölkerung muss dem Faschismus entgegentreten. All das konnten der rein militante oder aktionistische Ansatz der autonomen Antifa und ihre subkulturellen Ausdrucksformen nicht herstellen. In den schlimmsten Beispielen wurde die gesamte Bevölkerung zum Ziel erklärt. Unsere Opposition zum drohenden Faschismus muss eine Sprache und Praxis finden, die von weiten Teilen der Klasse verstanden werden können, um sich an ihr zu beteiligen. Dabei müssen wir andersherum auch die existierenden Regungen in unserer Klasse aufgreifen. Es ist wichtig, dass wir versöhnliche Angebote schaffen um die Teile unserer Klasse, die den Lügen des Faschismus aufsitzen, wieder für den Kampf gegen den gemeinsamen Feind, die herrschende Klasse, zu gewinnen. Nicht eine moralische Abwehrhaltung, sondern nur eine zugewandte Überzeugungsarbeit wird das leisten können.

    § 2.4

    Den eigenen Standpunkt vertreten. Der von kommunistischen Kräften angeleitete und von der NSDAP zeitweise unterstützte BVG-Streik 1932 und die anschliessenden Reichstagswahlen zeigen, wie man einen Standpunkt verteidigt und dadurch an Zustimmung gewinnt. Während es für sozialdemokratische und bürgerliche Kräfte notwendig ist, sich durch reine Symbolpolitik vom Faschismus abzugrenzen, hat das für uns Kommunist:innen keine Notwendigkeit. Wir führen unseren Kampf für die Klasse, ganz gleich ob nun die Faschisten in einzelnen Fragen vorgeben, das Gleiche zu denken. Unseren Klassenstandpunkt geben wir also weder auf, um in einzelnen Forderungen keine Überschneidungen mit den Faschisten zu haben, noch rücken wir davon ab, um uns der Gefolgschaft der Faschisten anzubiedern. Wir müssen vielmehr die Faschisten als falsche Schlangen entlarven, überall wo sie behaupten, für die kleinen Leute zu stehen – das tun nur wir und das müssen wir selbstbewusst tun.

    3. Antifaschistische Bündnisarbeit

    § 3.1

    Bürgerliche Akteur:innen, wie linke parlamentarische Parteien, NGOs, Verbände oder Kirchen sind für uns im antifaschistischen Kampf kein Feind. Während wir einen qualitativen Unterschied zwischen ihnen und faschistischen Kräften festmachen, weisen wir gleichzeitig auch auf die geteilten Elemente und die enge Beziehung zwischen bürgerlicher Demokratie und Faschismus hin. Wir dürfen uns deswegen auch nicht blind, ohne also die Unterschiede der Haltung bewusst aufzuzeigen, mit ihnen verbrüdern.

    § 3.2

    In bestimmten Momenten kann es sinnvoll oder sogar nötig sein, taktische Bündnisse zu schließen, um faschistischen Aktivitäten oder Entwicklungen zu begegnen. Diese Bündnisse dürfen keine dauerhafte strategische Zusammenarbeit sein, wenn wir dabei unseren revolutionären Klassenstandpunkt aufgeben oder verheimlichen müssten. Anders als bürgerlichen Akteuren geht es uns nie um die Erhaltung des Status Quo in seinem schlechten Allgemeinzustand. Es ist unsere Pflicht, sie stets dafür zu kritisieren und uns so weit wie möglich von ihnen abzugrenzen, ohne aber das Bündnis überhaupt zu scheuen. Wann und wie eine Zusammenarbeit aufgenommen wird, ist immer von der konkreten Lage und dem konkreten Ziel eines Bündnisschluss abhängig – damit muss bewusst umgegangen werden.

    § 3.3

    Revolutionärer Antifaschismus sollte nicht in erster Linie über aktivistische Bündnispolitik angegangen werden, sondern mit einem Fokus auf den Aufbau der eigenen Seite. Nur eine revolutionär organisierte Arbeiterklasse kann den Kampf gegen den Faschismus erfolgreich führen.

    Die Lehren aus der Geschichte müssen etwas Konkretes für uns in unserer alltäglichen politischen Arbeit bedeuten. Die Form eines roten Antifaschismus heutiger Zeit ist die Arbeit an antifaschistischer Gegenmacht:

    4. Antifaschistische Gegenmacht

    § 4.1

    Antifaschistische Organisierung darf sich nicht allein um den antifaschistischen Aktivismus, also den Kampf gegen faschistische Organisationen herum kreisen. Sie muss vielmehr mit Kämpfen in anderen Teilbereichen zentral vermittelt sein. Das heißt, eine umfassende Organisierung herzustellen. Antifaschistische Kämpfe können nur durch gesellschaftliche Verankerung wirksam sein. Die Klasse kann den Faschismus nur im Aufbau proletarischer Gegenmacht kleinhalten. Der Kampf gegen den Faschismus ist schließlich nicht nur einer gegen die faschistische Bewegung, sondern auch gegen den Staat, der selbst Tendenzen zum Faschismus hervorbringt. Seine Wurzeln wird die Klasse nur ausmerzen, wenn sie ihre Interessen gegen die herrschende Ordnung des Kapitalismus durchsetzt.

    § 4.2

    Der Aufbau von Gegenmacht hat einen in sich grundsätzlich antifaschistischen Charakter. Er besteht darin, dass sie dem Proletariat und Teilen des Kleinbürgertums eine Alternative über die bürgerliche Gesellschaft hinaus aufweist und ihre Interessen wirkmächtig werden lässt. Alles, was wir in der Stadtteilarbeit, im Betriebskampf, in der Jugendarbeit usw. jetzt schon tun, hat einen inneren antifaschistischen Gehalt. Das muss begriffen werden, ohne sich darauf ausruhen zu dürfen.

    § 4.3

    Antifaschismus muss darüber hinaus als Kampffeld begriffen werden. Der Aufbau von Gegenmacht in Stadtteilen, Jugend und den Betrieben entfaltet nicht von allein sein volles antifaschistisches Potential. Diese Gegenmacht muss auch gezielt gegen die faschistische Bedrohung in Stellung gebracht werden – überall wo wir jetzt bereits arbeiten und darüber hinaus. Der antifaschistische Kampf muss nämlich auch als besonderes Kampffeld betreten werden. Durch eine zentrale Organisation, bleibt alle Arbeit an allen Fronten miteinander vermittelt und kann eine geeinte Stärke entfalten.

    § 4.4

    Antifaschismus auf allen Ebenen. Antifaschistische Gegenmacht muss sich aller Fronten bewusst sein. Die Intellektuellen der Faschisten haben unseren Gramcsi gelesen und die Arbeit an einer umfassenden kulturellen und medialen Hegemonie für eine Massenbasis des Faschismus längst aufgenommen. Sie engagieren sich in Nachbarschafts-, Vereins- und Kulturarbeit, sind laut im öffentlichen Diskurs und in allen medialen Formaten. Unser Kampf um eine antifaschistische und revolutionäre Gegenmacht muss mindestens so umfassend sein.

    § 4.5

    Ziel unserer Arbeit sollte es sein, dass sich alle Mitglieder unserer Strukturen in allem, was wir tun, als Bollwerk gegen den Faschismus verstehen. Dieses praktische Selbstverständnis müssen wir in unserem Umfeld und der gesamten Klasse verbreiten. Dies kann vor allem durch Bildung und Erfahrung des politischen Kampfes gelingen – eine selbstverständliche Haltung muss aber auch durch eine antifaschistische, traditionsbewusste und kämpferische Kultur entstehen.

    Bund der Kommunist:innen
    Veröffentlicht 2025

    1. Im Einflussbereich der KPD standen mehrere Strukturen, die stark auf handfeste Verteidigung und Kampf ausgerichtet waren. Die prominentesten unter ihnen waren dabei die Häuserschutzstaffeln zur Selbstverteidigung gegen faschistische Übergriffe in einigen Großstädten, der Rote Frontkämpferbund und die 1932 gegründete Antifaschistische Aktion. ↩︎
    2. Hier muss auf diverse Gruppen bundesweit verwiesen werden, die sich im Zuge der explodierenden rechten Gewalt in den 1990ern gründeten. Darunter am prominentesten und am besten dokumentiert die Antifaşist Gençlik in Berlin. Sie arbeiteten unter anderem daran, der spontanen militanten Selbstverteidgung migrantischer Jugendbanden in Berlin eine politische Perspektive zu liefern ↩︎
    3. Mit dem allgemeinen Begriff sind sowohl die sehr schlagkräftigen, aber schnell isolierten Militanten Antifas der 1980er Jahre gemeint, als auch die Autonomen Antifa-Zirkel und Organisationen der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. ↩︎
    4. Historisch zu betrachten ist neben den explizit antifaschistischen Strukturen (siehe Fußnote 1) das gesamte Netz an Massenorganisationen, mit dem die KPD die Arbeiter:innenklasse tief durchdrungen hat ↩︎