Faschismustheorie
Nie wieder Faschismus! Seit 1945 stellt sich die antifaschistische Bewegung in die Tradition des Schwurs von Buchenwald. Ein Verständnis davon, was die Merkmale einer faschistischen Bewegung, des Faschismus an der Macht und von faschistischer Ideologie sind und welche Rolle der Faschismus im Kapitalismus spielt, sind zentral für die Frage, wie eine effektive antifaschistische Praxis aussehen kann und muss. Die folgenden Texte sollen verschiedene Perspektiven darauf aufzeigen und zur Diskussion stellen.

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Gegen wen wir kämpfen – Faschismusanalyse
Für Antifaschist:innen ist die Frage – Was ist Faschismus? – von zentraler Bedeutung. Ohne ein Verständnis davon, wie er entsteht, welche historischen Umstände ihn begünstigen und welche Teile der Bevölkerung ihn tragen, bleibt der antifaschistische Kampf erfolglos. Der Text bietet eine niedrigschwellige Möglichkeit sich auf Basis einer materialistischen Gesellschaftsanalyse dem Phänomen Faschismus zu nähern.
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Formelhafte Verdichtung
„Der Faschismus ist die offene, terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ – heißt die unter dem Namen „Dimitroff-Definition“ bekannte und in der antifaschistischen Bewegung wohl meist diskutierte Charakterisierung des Faschismus an der Macht. Mehr über deren Entstehungsgeschichte und eine kritische Diskussion ihrer Stärken und Schwächen liefert der folgende Text des marxistischen Historikers Kurt Pätzold aus der Jungen Welt 2015.
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Rechtspopulismus, Kulturrassismus und Muslimfeindlichkeit
In diesem 2009 veröffentlichten Text des Sozialwissenschaftlers Christoph Butterwegge wird der Begriff Rechtspopulismus als Analysekategorie kritisch unter die Lupe genommen. Dazu wird die Verbreitung von „Kulturrassismus“ (heute wird eher von „Ethnopluralismus“ gesprochen) und antimuslimischem Rassismus anfang der 2000er beschrieben und Erklärungsansätze für deren Aufkommen gesucht.
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Die Gegenrevolution – Thesen zur Analyse des historischen Faschismus
Im Rahmen einer Tagung der VVN-BdA im Jahr 2010 zum 65. Jahrestag der militärischen Niederlage des deutschen Faschismus an der Macht und dort stattfindender Diskussionen formulierte der marxistische Historiker Kurt Pätzold 18 Thesen über die faschistische Bewegung, den Faschismus an der Macht und faschistische Ideologie, die er anhand einer Diskussion teils widersprüchlicher Analysen des Faschismus herausarbeitet.
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Mehr als ein Definitionsstreit
Die Diskussion darum, was unter dem Begriff Faschismus verstanden wird ist mehr als eine abstrakte Diskussion im Elfenbeinturm, sondern vielmehr entscheidend dafür, wie er an der Wurzel bekämpft werden kann und somit ausschlaggebend für die Praxis antifaschistischer Kämpfe. In diesem Text ordnet der marxistische Historiker Kurt Pätzold die sogenannte „Dimitroff-Definition“ in ihren historischen Kontext ein, erklärt Stück für Stück ihre Bedeutung und diskutiert Kritik, die ihr oft entgegengebracht wird.
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Die Herrschaftsstruktur des Faschismus: Folgerungen und Fehldeutungen
In diesem Text nimmt Kühnl nicht nur eine Abgrenzung zu verschiedenen bürgerlichen Erklärungen zur faschistischen Herrschaft in Deutschland vor, sondern analysiert die Ausgangsbedingungen dezidiert. Er erklärt die Zusammenhänge und verschiedenen Interessen zwischen Kapital und Faschismus in der kapitalistischen Krise.
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Arbeiterklasse und Faschismus
Die Frage nach dem Verhältnis des Faschismus zur Arbeiterklasse in der Phase seiner Herausbildung hat in letzter Zeit im Zuge der ideologischen Auseinandersetzung mit bürgerlichen Faschismustheorien – wie etwa der pseudomarxistischen Bonapartismustheorie und der Deutung des Faschismus als einer originären kleinbürgerlichen Protestbewegung – sehr an Bedeutung gewonnen. In seinem Beitrag wird diese Frage am deutschen Beispiel untersucht.
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Der Faschismus und die Arbeiterklasse
„Die imperialistischen Kreise suchen die ganze Last der Krise auf die Schultern der Werktätigen abzuwälzen. Dazu brauchen sie den Faschismus.“ meinte Dimitroff. Warum das so ist, erklärt sein Beitrag und geht auf die Frage ein, ob und wie die deutsche Arbeiter:innenklasse den Faschismus hätte verhindern können.
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Der Kampf gegen den Faschismus
Clara Zetkin beschäftigt sich in diesem frühen Text mit dem aufkommenden italienischen Faschismus Anfang der 1920er Jahre und stellt dessen Grundlagen und Auswüchse heraus. Die Schrift ist aus dem Jahre 1923, wurde also 10 Jahre vor dem Machtantritt des Nazifaschismus geschrieben. Obwohl sie deshalb natürlich noch keine hinreichende Analyse des deutschen Faschismus liefern konnte, schaffte Clara Zetkin es, den konterrevolutionären Charakter, die wirtschaftlichen Verflechtungen und die uneinlösbaren Versprechungen faschistischer Regimes herauszustellen. Ebenso macht sie schon früh klar, dass antifaschistischer Widerstand nur breit aufgestellt und in allen Bereichen der Gesellschaft geführt, wirkungsvoll ist.









